EU-Weinmarktreform (2), Februar 2008
Der Berg
kreiste und gebar eine Maus. Nach jahrelangem Tauziehen einigten sich
die EU-Agrarminister schließlich darauf, fast alles beim Alten zu
lassen. Die Italiener produzieren weiterhin ihr Traubensaftkonzentrat
(RTK), das aber nach und nach immer weniger subventioniert werden soll.
Die Deutschen dürfen weiterhin mit Zucker anreichern. Statt um maximal
3,5 nur noch um 3 Vol%. Welch eine Revolution!
Eine Randnotiz:
Der Kampf der Deutschen für das Recht auf Zucker-Anreicherung wurde
pikanterweise im eigenen Land konterkariert. Etwa 100 Großproduzenten
(Genossenschaften und Kellereien) hatten entdeckt, dass die hohe
Subventionierung des italienischen RTK dazu führt, dass der Wein
hiermit sogar billiger wird, als bei der Verwendung von Zucker. Da aber
beim Anreichern mit RTK relativ große Mengen benötigt werden, kann die
Flasche Dornfelder aus deutschen Landen schon mal zu 10% aus
italienischem Traubensaft-Konzentrat entstanden sein...

